Hochhaus in Wien

 - Andreas Ordon

Am nördlichen Donauufer ragt das derzeit höchste Gebäude Österreichs 220 Meter himmelwärts und richtet seinen Blick auf die Wiener Altstadt – ein weiterer Baustein in dem seit den 1990er-Jahren stetig wachsenden Hochhausquartier. Der ursprüngliche Wettbewerbsentwurf von Dominique Perrault umfasst eine Komposition aus zwei Türmen mit markantem Fassadenrelief. Die vertikalen Strukturen sollen den Stadtraum definieren und Urbanität an einem Ort schaffen, der häufig für seine Unwirtlichkeit kritisiert wurde. Durch die Dualität wird der gestalterische Ursprung der Faltung klar: Beide Häuser sind entworfen als ein aufgebrochener Monolith, dessen Bruchflächen sich zueinander orientieren. Die Komplettierung des Entwurfs durch den zweiten Turm steht bis dato aus und ist abhängig von der Nachfrage am Immobilienmarkt. Der temporäre Solitär macht das Konzept bereits spürbar. Die Faltung der Fassade mit ihren Vor- und Rücksprüngen erzeugt je nach Lichteinfall verschiedene Reflexionen. Die entstehende Dynamik greift das Motiv von Wellen auf. Die Diversität der integrierten Nutzungen trägt zu einer Belebung des Ortes bei und spielt mit dem Konzept der vertikalen Stadt. Fußgänger- und Verkehrsebene befinden sich auf unterschiedlichen Niveaus. Auf ein Hotel und ein Restaurant im Sockel folgen Büroetagen. Luxuriöse Wohnungen bilden mit einem Restaurant, einer Bar und einer Dachterrasse den oberen Abschluss. Der funktionale Grundriss mit zentralem Erschließungskern wird von den Architekten je nach Nutzung variantenreich bespielt. Rund um das Hochhaus durchschreitet man einen Wald aus Schirmen. Diese bieten Schutz vor Regen und Sonne und wirken auftretenden Fallwinden entgegen. Ein windkanaltaugliches Modell samt Umgebung bildet die Grundlage für Maßnahmen zur Optimierung der Fassade und der Aufenthaltsqualität am Fuß des Turms. Digitale Simulationen anhand von 3D-Modellen wurden eingesetzt, um hohe Standards in Bezug auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zu erreichen.

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