Ihre Existenz verdankt die Kapelle am Ufer der Weichsel 60 Kilometer südöstlich von Warschau einem privaten Investor. Der in Polen relativ bekannte Schriftsteller wollte vermeiden, dass auf dem idyllischen Naturgrundstück eine Strandbar gebaut wird – wie an anderer Stelle bereits geschehen. Stattdessen wollte er das Uferstück als Ort der Ruhe und Meditation bewahren und die Menschen aus der Gemeinde zusammenbringen. Da das Gebäude von ungelernten Arbeitern aus dem Dorf errichtet werden sollte, wählten die Architekten eine Holzkonstruktion, die ohne komplizierte Details auskommt. Die architektonische Geste ist einfach, aber kraftvoll: Vollflächig mit einem feinen Kleid aus Holzschindeln versehen, gehen die Längswände nahtlos in das steile Dach über. Auch die Eingangsseite bleibt geschlossen; die hier verwendete Holzschalung nimmt die horizontale Struktur der Schindeln auf. Lediglich die gegenüber liegende Stirnseite ist komplett transparent und öffnet sich zur Landschaft. So können die Besucher beim Beten oder Meditieren ihren Blick ins Grüne schweifen lassen.
